Retourenquote
Die Retourenquote gibt an, welcher Anteil der verkauften Artikel an den Händler zurückgeschickt wird. Sie unterscheidet sich stark nach Produktgruppe und ist bei Bekleidung deutlich höher als bei Werkzeug oder Fachbüchern.
Warum die Retourenquote für Warehouse-Käufer relevant ist
Was zurückgeschickt wird, verkauft Amazon nicht neu, sondern als Warehouse Deal. Je häufiger eine Produktgruppe retourniert wird, desto mehr Auswahl gibt es dort also.
Wichtig ist der Grund für die Rücksendung. Bei Kopfhörern, Staubsaugern oder Heißluftfritteusen sind es meist Fehlkäufe: zu laut, zu groß, anderer Klang als erwartet. Das sind keine Defekte. Für Warehouse-Käufer heißt das: technisch einwandfreie Ware mit Rabatt.
Was wir dazu sagen können, und was nicht
Konkrete Retourenquoten kursieren im Netz reichlich, meist ohne Quelle. Wir nennen hier bewusst keine, denn eine Quote braucht die Zahl der Verkäufe als Bezugsgröße – und die veröffentlicht Amazon nicht. Wer eine Prozentzahl nennt, hat sie entweder von einer Studie übernommen oder geschätzt.
Was wir aus eigener Beobachtung sagen können, betrifft nicht die Quote, sondern das Ergebnis: wie lange retournierte Ware im Angebot bleibt und in welchem Zustand sie ankommt.
Bei einer Auswertung von gut 15.000 Angeboten über sechs Tage war nach diesen sechs Tagen etwa die Hälfte noch im Bestand. Die Unterschiede zwischen den Produktgruppen sind allerdings groß: Bei Beauty-Artikeln waren es rund zwei Drittel, bei Mode und Schuhen nur gut ein Drittel. Details dazu im Artikel Wie lange bleibt ein Warehouse Deal verfügbar.
Beim Zustand zeigt sich ein zweites Muster: In der Kategorie Mode trägt gut die Hälfte der Angebote die Einstufung „Wie neu“, spürbar mehr als im Durchschnitt aller anderen Kategorien. Dasselbe gilt für Beauty und Gaming. Die naheliegende Erklärung – Kleidung wird anprobiert und ungetragen zurückgeschickt – greift damit zu kurz, denn bei Beauty und Gaming gibt es kein Größenproblem.
Beide Beobachtungen haben Grenzen: Wir erfassen nur Angebote ab 40 EUR, sehen einen Ausschnitt des Sortiments und messen, ob ein Artikel in unserer Erfassung auftaucht – nicht, ob er tatsächlich lieferbar war.
Was das praktisch bedeutet
Je häufiger eine Produktgruppe zurückgeht, desto größer die Auswahl im Warehouse. Und je kürzer die Ware dort bleibt, desto eher lohnt sich eine Benachrichtigung statt des täglichen Nachsehens.